LADIES NIGHT ausführliche Presse!

WAZ, 20.02.09

Flottmann-Hallen wurden zum Hexenkessel

…„Wunderbar. Noch ganz heiser und strahlend. So ein tolles Stück”, hat Andrea Scholtz nur wenige Minuten nach dem Auftritt des Fischer & Jung-Ensembles in deren elektronisches Gästebuch geschrieben.
Und damit sprach sie sicher vielen der Damen (es waren nur eine Hand voll Männer im Publikum) aus dem Herzen, die die Ladies Night am Donnerstagabend in den Flottmann-Hallen besucht haben, die bei „Ganz oder gar nicht” mitgelacht, mitgeklatscht und mitgegrölt haben.

„Das ist ja ein Hexenkessel hier”, rief Guido Fischer nach zweieinhalb Stunden Show, nach minutenlangem Applaus und Pfiffen der Begeisterung ins Publikum.

Doch zum Anfang: Kalle, Norbert und Herbert sind arbeitslos und pleite. Als Kalle dann auch noch von Geldeintreibern zusammengeschlagen wird, machen die ungleichen Freunde einen Plan. Sie wollen strippen. Das bringt den Chippendales schließlich auch an einem Abend knapp 10 000 Euro ein. Das Problem: Die drei sind weder schön noch können sie tanzen. Egal, denkt sich das Trio, castet sich mit Kevin einen Mann, der zwar auch nicht durchs Tanzen überzeugt, dessen Qualitäten aber in engen Hosen sichtbar werden. Schließlich kommt noch „The Rock" dazu, ein gut gebauter Tänzer aus Jamaika - fertig sind die „Wilden Stiere”. Fortan wird mehr schlecht als recht geprobt (schon hier hielt es manche Frau nicht mehr auf ihrem Stuhl - gepfiffen wurde sowieso) und schließlich steht der erste Auftritt an. Doch: Das Quintett darf nur auf die Bühne, wenn es alle Hüllen fallen lässt. „Ganz oder gar nicht” eben. Die Männer entscheiden sich dagegen. Kalle und Herbert finden, ihre besten Stücke sind nicht vorzeigenswert und Norbert fürchtet einen peinlichen Moment wie in der Schulzeit im Schwimmbad.

…“ eine sympathische Komödie, die trotz aller Anzüglichkeiten und der vielen nackten Haut (zum Schluss wird selbstverständlich doch noch bis aufs Letzte gestrippt) nie in eine Schmuddelecke oder in Klamauk abdriftet.

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Kölnische Rundschau, 21.11.05

Der perfekte Strip
(Artikel von Sigrid Schulz)

RÖSRATH. Freie Stühle? Mangelware! So war es jedenfalls am Samstag in der Aula, als es hieß: „Ladies Night in Rösrath“. Es ging um eine Komödie, im Kino oskarprämiert. Zur Story: Es geht um das brandaktuelle Thema Arbeitslosigkeit und Geldknappheit. Davon sind auch Craig, Norman und Barry gebeutelt, bis sie eine eigene Männer-Strip-Truppe bilden. Dabei übersehen die drei Freunde großzügig, dass sie nicht ganz dem Ideal-Männerbild entsprechen. Dass die Protagonisten des Kinofilms neben dem „fischer & jung ensemble“ verblassen, liegt sich auch daran, dass sich in der Geschichte die Realität widerspiegelt. Freimütig räumen Guido Fischer und Björn Jung ein: „Wir fühlten uns selbst von Hartz IV und Agenda 2010 bedroht.“ Und das obwohl beide an vielen Theatern engagiert waren und auch reichlich Fernseherfahrung sammelten (wie Tatort, Lindenstraße, Unter Uns, Die Manns). Sie gründeten erst ein Duo, inzwischen wurde ein ganzes Ensemble draus, zu dem Axel Kraus, Michael Lourenco, Istvan Racz und Thos Renneberg gehören, für die Regie konnte Marco Rudolph (Ohnesorgtheater Hamburg, Staatstheater Karlsruhe) gewonnen werden. Mit welchem Einsatz die Truppe agierte, zeigt: Craig (Guido Fischer) bekommt mit Schuldeneintreibern wegen seiner zwielichtigen Geldgeschäfte mächtig Ärger und vor allem Prügel.
Barry verarztet ihn mit einem Damentampon, das sich Craig in den Mund steckt. Die meisten dürften das ekelhafte Gefühl vom Zahnarzt kennen. Ungefähr fünf quälende Minuten spricht Craig mit dem Ding im Mund.

Kaum noch zu halten waren die Zuschauerinnen, als die Truppe am Ende dann doch den „perfekten Strip“ hinlegte.

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Westfälische Rundschau, 24.10.2005

Beschleuniger für Frauenherzen


Was lässt ein Frauenherz höher schlagen? Ein Mann, der ihr jeden Wunsch von den Augen abliest oder doch lieber Männer-Striptease? Bei der Premiere der "Enthüllungs"-Komödie "Ladies Night" am Freitagabend in der Aula am Ostwall jedenfalls ging es heiß her. Guido Fischer, Björn Jung, Axel Kraus, Michael Lourenco, Istvan Racz und Thos Renneberg vom fischer & jung ensemble, begeisterten die etwa 450 weiblichen und auch männlichen Zuschauer.

Vor sechs Jahren landete der Film "Ganz oder gar nicht?!" einen Überraschungserfolg; das Theaterstück stammt von den neuseeländischen Autoren Stephen Sinclaire und Anthony McCarten.

Arbeitslos oder Stripper? Sechs Familienväter in einer englischen Industriestadt entscheiden sich trotz mangelnder Astralkörper für Variante zwei. Die Freunde, auch im privaten Leben eher glücklos, gründen eine neue Existenz als "Die wilden Stiere". Dabei stellt sich die Frage "Ganz oder gar nicht?". Sie wählen das Ganze und landeten damit beim Dortmunder Publikum auf Platz 1. Mit lang anhaltendem Applaus wurden die mutigen Stripper nach zwei Stunden belohnt.

Zunächst sind in der Aula am Ostwall acht Aufführungen geplant. Aber wenn "Ladies Night" beim Publikum gut ankommt, soll es zum Dauerbrenner werden. (lep.)

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Ruhr Nachrichten, 24.10.2005

Vollblut-Komiker lassen die Hosen herunter

Wer mit Boulevard-Unterhaltung auf Kriegsfuß steht, der mochte all seine Vorbehalte bestätigt sehen. "Ladies Night", die Bühnenversion des britischen Kinohits "Ganz oder gar nicht", buhlt auf Teufel-komm-raus um Lacher: "Weiber"-Schmäh, Schlüpfriges am laufenden Band, scharwenzelnde Tuntigkeit, Besuffski-Einlagen. Und eine Story um großmaulige Tresen-Machos, die als Stripper groß rauskommen wollen und am Ende die Popos präsentieren.

Geschenkt. Klischee hin, Mottenkiste her: Was die sechsköpfige Truppe um Guido Fischer und Björn Jung am Wochenende in der Aula am Ostwall hinlegte, war spritzigste Unterhaltung. Gegenwehr zwecklos; man ertappt sich bei kindlichem Kichern und steht damit nicht allein da. Eine hinreißend gespielte, von Marco Rudolph temporeich inszenierte Komödie, die ein überwiegend weibliches Publikum zu giggelnden Backfischen werden lässt. Die schöne Lachsalven anschiebt und sich ohne Scheu aus dem Fundus der Klamotte bedient. Das aber so überkandidelt und augenzwinkernd, dass es nie billig oder peinlich wird.

Die Story dürfte bekannt sein: Herumlungernde, klamme Arbeitslose kommen auf eine Schnapsidee. Sie üben für eine Strip-Show. Was die "Chippendales" vorturnen, das können wir auch: Wir ziehen uns aus, hampeln ein wenig zur Musik und machen den großen Reibach...

Haha, wenn das so einfach wäre! Wir sehen sechs Kerle, sechs Temperamente, sechs Arten von Körpergefühl. Köstliche Chargen-Komiker: Axel Kraus spielt den dicken, tapsigen Norman. Thos Renneberg gibt seinem inneren Affen Zucker: tuntig affektiertes Flöten. Michael Lourenco ist der feurige latin lover im Brustfell. István Rácz: Ein alter Grandseigneur, der wie Michael Jackson tanzt. Guido Fischer spielt den Manager der Truppe, Björn Jung einen kleinen Gernegroß. " Szenenapplaus und Gejohle. - kai